Pelle

Hallo, ich heiße Pelle.
Ich bin 6 Jahre alt und ein sehr verschmuster, etwas dicklicher Kater. Seit dem 31. Oktober 2000 wohne ich bei meiner neuen Familie. Sie nennt mich deshalb auch liebevoll ihren kleinen Halloween-Kater.
Einige Tage vor dem 31. Oktober 2000 (es war ein Samstag) lag ich auf einem Regal an der Wand, als Gisi, Kevin und Anja im Tierheim Ahrenshöft vorbeikamen. Sie waren auf der Suche nach einer stubenreinen und verschmusten Katze, die einen großen Kapf hatte (weil sie meinen, dass Katzen mit großem Kopf hübscher sind). Prompt wurde ich vorgeschlagen. Anja kam also in unseren Katzenraum, um mich anzusehen. Ich hab mich gleich richtig in Schale geworfen. Als Anja mich streicheln wollte, habe ich die Chance gleich am Kragen gepackt, mit beiden Vorderpfoten flucks ihre Hand gegriffen und sie heftig gekuschelt. Erst hat Anja etwas erschrocken geguckt, muß ich ja zugeben, aber dann war es Liebe auf den 2. Blick. Die Sache war entschieden. ICH war ausgesucht!! Allerdings konnten die drei mich nicht gleich mitnehmen, weil Oma an diesem Tag Geburtstag hatte und die ganze Familie dort zum Essen eingeladen war. Sie wollten mich ja nicht gleich an meinem ersten Tag in dem großen neuen Haus alleine lassen. Deshalb wurde beschlossen, dass sie mich am 31. abholen würden. Ich war etwas traurig, verstand ich doch nicht, warum ich nun nicht gleich mitkommen konnte. Aber das war gar nicht so schlimm, denn bald war Dienstag und somit der besagte 31. Oktober. Gisi und Anja kamen wieder, um mich zu holen. Anja hielt mir den mitgebrachten Katzenkorb hin und ich bin gleich rein (die Gelegenheit konnte ich mir ja nicht entgehen lassen, neugierig wie ich bin). Zuhause habe ich erstmal die Wohnung erkundet und ein Hackbällchen als Willkommensgruß bekommen. Kein Wunder also, dass ich mich schnell an alles gewöhnte.

Bis zu diesem Zeitpunkt war ich noch ein reiner Hauskater. Das änderte sich jedoch bald. Die Tür nach draußen stand offen, und bald ging ich auf erste Entdeckungsreisen, meist noch sehr gebückt und mit auf dem Boden schleifenden Bauch. Mittlerweile bin ich aber schon mutiger und gehe auch draußen meistens aufrecht.
Das beste an meinem Zuhause ist das Loch in unserem Kellerfenster, durch das ich jederzeit nach draußen gehen kann. Nur ein Manko gibt es hier, und das heißt Panscho. Panscho ist soooo viel größer als ich, so haarig, eben ein echter altdeutscher Schäferhund. Panscho kam einige Wochen nach mir in unser Zuhause. Am Anfang hatte er ja noch die Oberhand. Mittlerweile geht es zwar noch nicht richtig entspannt mit uns zu, aber ich bewege mich jetzt immer frei in der Wohnung. Eigentlich kann ich dem Hund immer entwischen. Ich bin eben doch etwas cleverer als er. Und wenn er mir doch mal blöd kommt, kriegt er halt meine Krallen auf die Nase (der Arme, eigentlich ist seine Nase nie heil). Ab und zu fressen wir auch schon aus einem Freßnapf, wenn einer mal wieder schöneres Futter als der andere bekommen hat. Nur eines verstehe ich nicht: Ich bin jetzt ein richtiger Kater geworden, fange Vögel und Mäuse und bringe sie (natürlich stolz wie Oskar) durch mein Fenster ins Haus, verstecke sie unter dem Tisch oder im Bett. Manchmal bleiben auch nur der Schwanz oder die Federn übrig. Und wenn meine erbeuteten Objekte dann entdeckt werden, gibt es nur großes Geschrei statt Lob für mich. Warum nur? Ich will doch allen nur eine Freude machen.

Ansonsten besitze ich hier nahezu Narrenfreiheit, weil alle Menschen mich immer gleich lieben. Jeden Abend muß ich mindestens einmal ausgiebig kuscheln (am liebsten mit Männern). Anbei sende ich Euch zwei Fotos, die mich bei meiner Lieblingsbeschäftigung zeigen (Teppiche umdrehen) und hoffe, dass viele von den anderen Tieren auch bald ein neues liebes Zuhause finden.